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Die Gaza-Flotte, die Linkspartei und der Antisemitismus

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Alex Feuerherdt und Prof. Dr. Samuel Salzborn am 8. Juli 2010 in Gießen.

Flyer der Veranstaltung 'Die Gaza-Flotte, die Linkspartei und der Antisemitismus' am 8. Juli 2010

Wes Geistes Kind die Organisatoren der „Free Gaza“-Flotte sind, was ihre Ziele und was ihre Methoden waren, könnten alle wissen, wenn sie es denn nur wollten.
Die federführende türkische Organisation İnsan Hak ve Hürriyetleri İnsani Yardım Vakfı, kurz İHH ist eine islamistische Gruppe, die unter humanitärem Deckmantel den Schulterschluss mit der Hamas sucht. Entsprechend war das Ziel der Fahrt nicht, wie es im Vorfeld hieß, Hilfsgüter nach Gaza zu bringen. Wie man anschließend offen zugab, ging es vielmehr darum, Israels Legitimität anzugreifen. Entsprechend forderte man die israelische Marine via Funk auf, „nach Auschwitz zurück“ zu gehen und empfing die israelischen Soldaten mit einem Mob zum Märtyrertod bereiter Schläger.
Was heißt es vor diesem Hintergrund, dass weite Teile der deutschen Öffentlichkeit und Presse nicht zögerten, von einem israelischen Massaker auszugehen?
Was bedeutet es insbesondere, dass die Linkspartei, von der ein ehemaliger und zwei aktuelle Bundestagsabgeordnete an Bord waren, es nicht nur unterließ, vor der Fahrt kritisch zu prüfen, mit wem man an Bord ging, sondern auch im Nachhinein jegliches Fehlverhalten verdrängt und verleugnet, in Person des „Elder Statesman“ der Partei, Gregor Gysi gar drohte, man dürfe „das Israel nicht durchgehen lassen“?
 
Über die Referenten:
Alex Feuerherdt arbeitet als freier Publizist in Köln. Zuletzt gab er den Band Verratene Freiheit. Der Aufstand im Iran und die Antwort des Westens mit heraus
Samuel Salzborn ist Vertretungsprofessor mit dem Schwerpunkt Demokratie- und Demokratisierungsforschung am Institut für Politikwissenschaft in Gießen. Zuletzt veröffentlichte er Antisemitismus als negative Leitidee der Moderne.